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DIE SCHILDDRÜSE

Die Schilddrüse ist ein kleines schmetterlingsförmiges, hormonproduzierendes Organ, das sich vor der Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes befindet. An der Rückseite der Schilddrüse liegen meist vier linsengroße Nebenschilddrüsen. Dort verlaufen auch die beiden Stimmbandnerven. Die lateinische Bezeichnung für die Schilddrüse ist Thyroidea – daher kommt sie in vielen Begriffen rund um die Schilddrüse vor.

Trotz ihrer kleinen Größe (7-11 cm breit, ca. 4-5 cm hoch und 18-25 g schwer) hat die Schilddrüse eine große Bedeutung. Als „Gaspedal“ des Körpers produziert und speichert sie wichtige Hormone, die sie bei Bedarf ins Blut abgibt. Durch die Schilddrüsenhormone werden viele wichtige Stoffwechselprozesse im Körper aktiviert, die den Menschen in Aktionsbereitschaft versetzen. Die Funktionstüchtigkeit der Schilddrüse hat daher einen großen Einfluss auf Vitalität und Wohlbefinden.

INFO: SCHILDDRÜSENHORMONE UND IHRE LEBENSWICHTIGEN AUFGABEN

  • Beeinflussung der Herzaktivität und des Blutdrucks
  • Regelung des Energiestoffwechsels des Körpers
  • Kohlehydratstoffwechsel – wichtig für einen gesunden Insulinspiegel
  • Fett- und Eiweißstoffwechsel – z. B. Senkung der Cholesterinwerte
  • Beeinflussung der Gehirnaktivität (vor allem bei Kindern)
  • Beeinflussung des Muskelstoffwechsels
  • Regelung des Mineralstoffwechsels (wichtig für die Gesundheit der Knochen)
  • Beeinflussung der Darmtätigkeit

FUNKTION DER SCHILDDRÜSE

Die beiden wichtigsten Schilddrüsenhormone sind T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin=Tetraiodthyronin). Zur Produktion dieser Hormone benötigt die Schilddrüse Jod, das sie sich schnell und effektiv aus dem Blut holen kann. Die produzierten Schilddrüsenhormone werden gespeichert und nach Bedarf an das Blut abgegeben, über welches sie je nach Funktion zu den jeweiligen Zielorganen transportiert werden. Die Hormone wirken auf Herz und Kreislauf, erweitern die Blutgefäße, beschleunigen den Herzschlag und regeln den Blutdruck. Sie aktivieren aber auch den Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Nieren- und Darmtätigkeit.  Außerdem sind die Schilddrüsenhormone wesentlich für viele Wachstumsprozesse verantwortlich und steigern den Grundumsatz und Energieverbrauch des gesamten Organismus.

HORMONREGLER TSH

Eine sehr wichtige Rolle bei der Regulation unseres Hormonspiegels spielt das Thyreoidea-stimulierende Hormon, kurz TSH. Die Ausschüttung der Schilddrüsenhormone wird durch den sogenannten thyreotropen Regelkreis – ein Zusammenspiel der drei Organe Hypothalamus, Hypophyse (auch Hirnanhangsdrüse genannt) und Schilddrüse – gesteuert. 

Im Hypothalamus, einem Teil des Zwischenhirns, wird das Hormon TRH (Thyrotropin-releasing hormon) produziert. TRH signalisiert der Hypophyse, TSH (das Thyreoidea-stimulierende Hormon) zu produzieren, wenn zu wenig Schilddrüsenhormone (T3 und T4) im Blutkreislauf verfügbar sind.

Durch die Stimulation von TSH nimmt die Schilddrüse Jod aus dem Blut auf und schüttet die Schilddrüsenhormone T3 und T4 aus. TSH fungiert damit als zentraler Regler, mit dem die Schilddrüse gesteuert wird. Ist der Hormongehalt im Blut hoch genug, fährt der Regelkreis die Produktion wieder herunter. T3 und T4 hemmen die Ausschüttung von TSH so, dass ein Gleichgewicht erreicht wird.

T3 und T4 (T3 = Triiodthyronin, T4 = Thyroxin=Tetraiodthyronin) sind für die Stoffwechselvorgänge im Organismus unverzichtbar – zum Beispiel für den Energiestoffwechsel, den Eiweißaufbau, das Wachstum von Knochen und Gewebe sowie für eine reibungslose Funktion von Nerven, Herz, Kreislauf und Muskeln.

Ein gut funktionierender Hormonhaushalt wirkt sich auf unser allgemeines Wohlbefinden, unsere Leistungsfähigkeit und unsere Gesundheit aus. Sowohl zu viele als auch zu wenige Schilddrüsenhormone bedeuten für den Patienten Einschränkungen und gesundheitliche Probleme.

THYREOTROPER REGELKREIS

Der Hypothalamus

Der Hypothalamus ist ein Teil des Mittelhirns. Er bekommt über die Nerven Signale gemeldet, z. B. wenn der Körper sich gegen Kälte wappnen muss. Er sendet dann ein Freisetzungshormon, das TRH, aus, um die Hypophyse zur Tätigkeit anzuregen.

Die Hypophyse

Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) ist ein winziger Teil des Gehirns, der direkt unterhalb des Hypothalamus liegt. Wird sie durch TRH aus dem Hypothalamus angeregt, produziert sie das Schilddrüsen-stimulierende Hormon TSH.

Die Schilddrüse

Stimuliert durch TSH, steigert die Schilddrüse ihre Jodaufnahme, die  Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 und des Transporteiweißes Thyreoglobulin. Dann gelangen die Schilddrüsenhormone ins Blut und können ihre Aufgaben für den Körper erfüllen. Sind ausreichend Schilddrüsenhormone im Blutkreislauf vorhanden, wird die Produktion von TSH in der Hypophyse und TRH im Hypothalamus gebremst. Die drei Organe kommunizieren ständig miteinander und sichern so einen funktionierenden Regelkreislauf.

SCHILDDRÜSENUNTERFUNKTION

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (lateinisch: Hypothyreose) bildet die Schilddrüse zu wenige oder keine Schilddrüsenhormone T3 und T4. Es gibt verschiedene Ursachen für eine Unterfunktion der Schilddrüse. So kann sie als Folge einer Schilddrüsenentzündung, aber auch nach einer Schilddrüsenoperation auftreten.

Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 haben einen großen Einfluss auf den menschlichen Körper. Ihr Fehlen bei einer Schilddrüsenunterfunktion wirkt sich auf die unterschiedlichsten Organe und Vorgänge und damit auf die gesamte Leistungsfähigkeit des Körpers aus.

Haut, Haare, Nägel

  • Haarausfall
  • trockene, blasse Haut
  • brüchige Nägel

Psyche und Persönlichkeit

  • allgemeines Desinteresse
  • Antriebsmangel / Müdigkeit
  • depressive Stimmungslage
  • Konzentrationsschwäche

Herz und Kreislauf

  • sinkende Herzleistung
  • verlangsamter Pulsschlag
  • Blutdruck: Erhöhung des oberen (systolischen) und unteren (diastolischen) Wertes
  • Anfälle von Angina Pectoris (d.h. herzbedingtem Brustschmerz)
  • steigende Thromboseneigung

Magen und Darm

  • Verstopfung
  • Gewichtszunahme

Sexualität

  • Libidoverlust
  • Potenzschwäche
  • Abnahme der Fruchtbarkeit
  • Fehlgeburten

Nerven und Muskeln

  • muskuläre Schwäche, Kraftlosigkeit und Schmerzen
  • Bewegungen/Reflexe verlangsamt
  • Störungen im Bereich der Sinnesorgane

Stoffwechsel

  • Kälteempfindlichkeit
  • Erhöhung der Fettwerte im Blut
  • verminderte Schweißbildung

Weitere Symptome

  • tiefe Stimme
  • verlangsamte Sprache
  • Schwellung des Gesichtes und der Augenlider

DIE SCHILDDRÜSENUNTERFUNKTION IM RAHMEN DER RADIOJODTHERAPIE

Auch im Rahmen einer Ablation (Radiojodtherapie) nach der Entfernung der Schilddrüse kann es zu einerUnterfunktion kommen. Nach der erfolgten Schilddrüsenoperation bleibt meist Schilddrüsenrestgewebe zurück, das dann mit radioaktivem Jod entfernt werden muss. Für eine erfolgreiche Therapie müssen die Schilddrüsenzellen „jodhungrig“ gemacht werden. Dafür ist ein ausreichend hoher Spiegel des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons TSH nötig.

Der Anstieg des TSH-Spiegels kann über zwei Wege erreicht werden: Durch die Gabe eines biotechnologisch hergestellten Ersatz des natürlichen TSH, kann der TSH-Spiegel kurzfristig erhöht werden. Bei dieser Therapieform erfolgt die Gabe von Schilddrüsenhormontabletten direkt nach der OP und die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Schilddrüsenunterfunktion werden vermieden. 

Bei der zweiten Methode werden nach der Schilddrüsenoperation keine Schilddrüsenhormone gegeben (Hormonentzug). Der Körper bemerkt dabei, dass ihm Schilddrüsenhormone fehlen, und schüttet verstärkt TSH aus. Während der ca. zwei bis sechs Wochen andauernden Schilddrüsen-Unterfunktion fühlen sich viele Patienten antriebslos und matt, erleiden Müdigkeitsanfälle, kämpfen mit Depressionen, Gedächtnis- und Konzentrationsminderungen.

Heiße Knoten

KHeiße Knoten sind Bereiche innerhalb der Schilddrüse, die bei einer Szintigrafie mit Technetium (ein Radiopharmakon, das zur Bildgebung benutz wird) rot oder gelb erscheinen. Man kann hierbei in fast allen Fällen davon ausgehen, dass diese sogenannten heißen Knoten gutartig (Adenom) und keine Krebsgeschwülste (Karzinom) sind. Trotzdem signalisiert der heiße Knoten im Szintigramm, dass im Körper etwas vorgeht, das beobachtet und gegebenenfalls behandelt werden muss.

Kalte Knoten

Sind die Knoten in der Darstellung des Szintigramms grün oder blau eingefärbt oder haben fast gar keine Farbe, handelt es sich um kalte Knoten. Das sind Bereiche, die wenig radioaktives Technetium angereichert haben und somit vermutlich keine Schilddrüsenhormone produzieren.

Diese Bereiche sind nicht in der Lage, wie normales Schilddrüsengewebe Jod aufzunehmen und Schilddrüsenhormone zu produzieren. Häufig handelt es sich hierbei einfach um vernarbtes Gewebe, eine Entzündung oder eine Zyste. Dennoch sind kalte Knoten verdächtig, denn es könnte sich um ein Schilddrüsenkarzinom handeln. Um eine sichere Diagnose zu erstellen, werden kalte Knoten genauer untersucht. Eine Feinnadelbiopsie, bei der aus der Schilddrüse entnommene Zellen mikroskopisch untersucht werden, kann weiteren Aufschluss über eine mögliche Bösartigkeit des Knotens geben.

Wenn nicht sicher festzustellen ist, ob der oder die Knoten gutartig sind, werden sie meistens vorsichtshalber operativ entfernt. Noch während der Operation kann eine Gewebeprobe entnommen werden und innerhalb von zwanzig Minuten ein klärender Test erfolgen – dies ist der sogenannte Schnellschnitt. Mit der darauf basierenden Diagnose wird entschieden, ob bei der Operation lediglich die Knoten entfernt werden müssen, bzw. ein Schilddrüsenteil oder – wie in den meisten Fällen – die gesamte Schilddrüse.

Letzte Aktualisierung: 03.12.2019